Drei von zehn Arbeitnehmern sehen zu wenig Möglichkeiten, sich bei ihrem Arbeitgeber weiterzuentwickeln

15 März 2021

30 Prozent der Mitarbeiter sind der Meinung, dass ihr Arbeitgeber keine ausreichenden Möglichkeiten bietet, sich weiterzuentwickeln. Nur knapp über die Hälfte (53,4 %) gibt an, selbst entscheiden zu können, welche Aus- oder Weiterbildungen sie absolvieren dürfen/können. Dies geht aus einer Umfrage des Payroll- und HR-Dienstleisters SD Worx in Belgien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich hervor.
Die Möglichkeit, sich innerhalb des Unternehmens weiterzuentwickeln, ist der drittwichtigste Faktor für das Employee Engagement. Dennoch bieten noch viele Arbeitgeber ihren Mitarbeitern unzureichende Möglichkeiten, ihre Talente weiterzuentwickeln. Durchschnittlich 29,7 Prozent geben an, dass sie sich in ihrem derzeitigen Beschäftigungskontext nicht ausreichend entwickeln können.

In Deutschland (37,9 %) und im Vereinigten Königreich (34,6 %) sind es sogar mehr als ein Drittel der Mitarbeiter. Auch in Frankreich (31,1 %) liegt die Zahl (knapp) über dem Durchschnitt. Bei belgischen Unternehmen handelt es sich um ein Viertel der Mitarbeiter (26,3 %) und in den Niederlanden um weniger als ein Fünftel (18,6 %). „Arbeitgeber unterschätzen häufig, wie wichtig es ist, ihren Mitarbeitern Perspektiven für Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Unternehmens zu bieten“, erläutert Dominic Müller, Managing Director SD Worx. „Niemand möchte das Gefühl haben, an einem bestimmten Job festgerostet zu sein. Um für mehr Employee Engagement zu sorgen, ist es entscheidend, den Mitarbeitern die Möglichkeit zu bieten, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und sich weiterzubilden.

Etwa die Hälfte wählt Weiterbildungen selbst

Darüber hinaus zeigte die Studie auch, dass ein Großteil der Arbeitnehmer nicht darüber mitentscheiden darf, an welchen Weiterbildungen sie teilnehmen können. Auf europäischer Ebene geben durchschnittlich 53,4 Prozent an, an der Entscheidung beteiligt zu sein. Dies bedeutet, dass fast die Hälfte nicht das Gefühl hat, mit über die Weiterbildungen, die sie absolvieren können, mitzuentscheiden. In Frankreich (48,5 %) und im Vereinigten Königreich (49,9 %) geben sogar weniger als die Hälfte der Mitarbeiter an, dass sie sich weiterentwickeln können. In Belgien (53,6 %) und Deutschland (54,1 %) handelt es sich um etwas mehr als die Hälfte. In den Niederlanden dürfen sechs von zehn Mitarbeitern über die gewünschten Weiterbildungen mitentscheiden.

Diese Zahlen stehen in erheblichem Widerspruch zu den Anstrengungen, die die Arbeitnehmer unternehmen möchten, um sich fortlaufend weiterzuentwickeln. 71,6 Prozent versuchen sich kontinuierlich weiterzubilden und zu spezialisieren. In allen Ländern möchten mindestens zwei Drittel der Mitarbeiter die Möglichkeit haben, ihre Arbeit noch besser und effizienter zu erledigen. Die Hälfte (49,2 %) prüft mehrmals im Jahr die Möglichkeiten, die es gibt, an Aus- bzw. Weiterbildungen teilzunehmen. „Dies zeigt, dass das Gros der Mitarbeiter nach Möglichkeiten sucht, ihre Arbeit noch besser zu machen. Arbeitgeber sollten dies berücksichtigen und ihren Mitarbeitern Möglichkeiten bieten, sich weiterzuentwickeln“, bestätigt Dominic Müller.

Die meisten Unternehmen tun dies bereits

Zum Glück setzen viele dies auch um. Drei von vier KMU haben bereits Aus- und Weiterbildungsprojekte für ihre Mitarbeiter oder planen, diese zu starten. Bei mittelgroßen und großen Unternehmen mit mehr als 250 Arbeitnehmern sind fast 90 Prozent bereits damit beschäftigt. Es hat sich also gezeigt, dass die Arbeitnehmer dies häufig unzureichend finden oder wenig Mitspracherecht haben. Viele Unternehmen können hier noch weitere Schritte unternehmen.

Indem die Mitarbeiter ihre internen und externen Fähigkeiten miteinander teilen und indem Vorgesetzte mit gutem Beispiel vorangehen und Möglichkeiten für Austausch und Wissensvermittlung schaffen, kann am Arbeitsplatz eine Lernkultur eingeführt werden“, erklärt Dominic Müller. „86 Prozent der Mitarbeiter halten es für wichtig, dass ihr Vorgesetzter eine Rolle als Mentor übernimmt und sie bei ihrer persönlichen Entwicklung unterstützt. Geben Sie ihnen Feedback und lernen Sie, Feedback zu geben und zu akzeptieren. Es wird das Engagement auf jeden Fall steigern. Ein gutes Talent-Management-System kann hierbei eine unterstützende Rolle spielen, da es nicht nur die Fähigkeiten eines Teams abbildet, sondern auch den Mitarbeitern einen Überblick darüber gibt, in welchen Bereichen und mit welchen Aus_ bzw. Weiterbildungen sie sich weiterentwickeln können.“ Die Mehrheit der europäischen Unternehmen nutzt zurzeit noch kein Talent-Management-System zur digitalen Verwaltung und Förderung von Aus- oder Weiterbildungsprojekten. Vor allem bei KMU sind es nur 14,5 Prozent. Mittlere bis große Unternehmen verfügen in 28 Prozent der Fälle über ein Talent-Management-System.