Österreich bleibt offline

Zahlreiche HR-Basics sind in Österreich bislang nicht digital

27 Februar 2019

Angestellte in Österreich bleiben oftmals im analogen Zeitalter, zumindest mit Blick auf die Administration grundlegender HR-Anforderungen. Trotz unserer inzwischen von mobilen Endgeräten dominierten Welt müssen viele Österreicher ihre Geschäftsreisen oder Krankmeldungen weiterhin offline abwickeln, HR-Services funktionieren in etlichen Unternehmen nicht elektronisch. Österreich bleibt also gewissermaßen offline: Im Schnitt sind nur 14% der HR-Services auf mobilen Geräten möglich - 57% werden noch auf Papier erledigt. Zu diesen bedenklichen Ergebnissen kommt eine aktuelle internationale Umfrage des Payroll- und HR-Dienstleisters SD Worx über den Stand der Digitalisierung der Arbeitsplätze in Europa.
Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass nur ganze 12% der Beschäftigten in Österreich ihre Spesen via Handy einreichen, weit mehr als die Hälfte (55%) tut dies weiterhin nicht-elektronisch. In Sachen Digitalisierung steht hier der Urlaub an der Spitze, immerhin 17% der Befragten in Österreich beantragen ihn ausschließlich über das Mobiltelefon, weitere 8% über Festnetz und Mobilgerät und noch einmal 32% nur über Festgeräte. Die ausschließliche Handynutzung spielt zwar eine eher untergeordnete Rolle, doch die elektronischen Möglichkeiten insgesamt werden relativ häufig genutzt.

Der Durchschnittsbürger checkt heutzutage etwa 50 Mail pro Tag sein Handy und so läge die Erwartung nahe, dass mobile Optionen auch stärker in den Arbeitsalltag integriert sind. Kann man hingegen die Dinge des Jobs nicht digital erledigen, kann dies einen großen Einfluss auf ein Unternehmen und seine Mitarbeiter haben. Die Beschäftigten verbringen zu viel Zeit mit der analogen Verwaltung ihres eigenen Personalfalles und können sich entsprechend weniger den wertschöpfenden Aufgaben widmen – das Engagement sinkt.

Mitarbeiter wünschen sich mehr Digitalisierung

Digitale HR-Self-Services im Unternehmen sind in den befragten Ländern unterschiedlich ausgeprägt. In Österreich können beispielsweise 58% der Probanden eine Krankmeldung online abgeben – in keinem anderen Land ist dieser Wert so hoch. Frankreich ist hier mit 41% das Schlusslicht. Eine Änderung der Arbeitszeit (z.B. Teilzeitarbeit und Elternzeit) können hierzulande hingegen nur 39% der Arbeitnehmer beantragen, in den Niederlanden sind es starke 55%.

Im Vergleich zu den anderen Ländern rangiert Österreich in Sachen HR-Digitalisierung meist auf Platz drei oder vier – da ist also deutlich Luft nach oben. Deutschland liegt allerdings in fast allen abgefragten Kategorien deutlich hinter Österreich, unser großer Nachbar hat demzufolge noch mehr Nachholbedarf.

 

 

 

Die Österreicher haben es mit der Digitalisierung nicht eilig

In allen befragten Staaten sind die Arbeitnehmer an digitalen HR-Services generell interessiert, in Österreich ist allerdings in mancherlei Hinsicht kein großer Ehrgeiz spürbar. So möchten zum Beispiel nur 48% der österreichischen Arbeitnehmer ihre Geschäftsreisen digital beantragen und verwalten, in Großbritannien wünschen sich das exakt 60%. Ähnlich ist das Bild mit Blick auf die elektronische Beantragung von Telearbeit: In Österreich sind daran nur 37% interessiert, in den Niederlanden hingegen 46%.
Insgesamt ist der Wunsch nach digitalen HR-Services in Großbritannien am stärksten ausgeprägt. Diese vergleichsweise hohe digitale Affinität deutet darauf hin, dass für viele Menschen auf der Insel schon heute das Thema Digitalisierung zum Arbeitsalltag gehört.

 

 

Maria Macho, Sales und Marketing Manager HR Services bei SD Worx Austria, kommentiert die Ergebnisse der Studie wie folgt: "Fast alle Bereiche unseres Lebens wurden durch die Digitalisierung verändert. Unser Privatleben ist schon längere Zeit nahezu durchgängig digital, das Arbeitsumfeld hinkt in einigen Bereichen noch hinterher. Die vorliegende Studie dokumentiert den klaren Wunsch vieler Arbeitnehmer, HR-Basics mehr via Handy abzuwickeln als dies momentan der Fall ist. Die Unternehmen sollten dieses Begehren nicht ignorieren, wenn sie das Engagement und die Produktivität ihrer Beschäftigten erhalten oder noch ausbauen möchten.”

 

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Maria Macho, T: +43 720 5692 53, maria.macho@sdworx.com

 

Über die Umfrage 

Die Europe LTD-Umfrage umfasst hundert Aspekte des Arbeitslebens, welche für Zufriedenheit, Motivation und Engagement von Arbeitnehmern relevant sind. Die Befragung wird seit 2009 jährlich in Belgien unter dem Namen NV Belgium bei jeweils 2.500 Arbeitnehmern durchgeführt. Aufgrund seines internationalen Wachstums erweiterte SD Worx die Studie 2017 auf Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich und Großbritannien und befragt in diesen Ländern jeweils 500 Mitarbeiter.
Es handelt sich um eine in allen Ländern repräsentative Stichprobe mit Blick auf die Zusammensetzung der jeweiligen lokalen Arbeitsmärkte nach Geschlecht, Region, Arbeitsordnung, Sprache, Bildungsgrad und Organisationsgröße.