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16 Oktober 2018

Arbeitnehmer in Österreich würden auf Zusatzleistungen verzichten

Wien, 16. Oktober 2018. Mit zunehmender Flexibilisierung der Arbeit wünscht sich die Mehrheit der österreichischen Arbeitnehmer mehr Einfluss auf ihre Vergütungsgestaltung - 55 % würden gerne selbst ihre Zusatzleistungen definieren und über die Zusammensetzung ihres Vergütungspakets bestimmen. Bei den Arbeitgebern ergibt sich ein umgekehrtes Bild: 72 % von ihnen wollen die Kontrolle über die Vergütung ihrer Mitarbeiter behalten. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste internationale Studie des Payroll- und Personaldienstleisters SD Worx, welche in sechs EU-Staaten durchdeführt wurde. Im Fokus der Umfrage waren auch die arbeitnehmerseitig favorisierten Benefits.

Arbeitnehmer opfern Benefits für höhere Löhne und mehr Urlaub

Exakt ein Fünftel der österreichischen Arbeitnehmer würde auf Zusatzleistungen verzichten, wenn es dafür ein höheres Gehalt und mehr Urlaub gäbe. Diese Veränderung am Gehalts- und Zusatzleistungspaket wurde nicht nur in Österreich am häufigsten genannt, im Vereinigten Königreich äußerten sogar 28 % diesen Wunsch, in Frankreich waren es ebenfalls 20 % und in Deutschland 19%. Die Arbeitnehmer in den Niederlanden und Belgien belegten hier mit 17 bzw. nur 11 % die letzten Plätze. Diese Ergebnisse legen den Schluss nahe, dass „weiche“ Zusatzleistungen in vielen Fällen nicht beliebter sind als ein höheres Nettoeinkommen.

Bild Zusatzleistungen

Im Einklang hiermit würden übrigens auch 14 % der Arbeitnehmer in Österreich gerne ihr Urlaubsgeld für eine Gehaltserhöhung opfern und ebenso 14 % würden mehr Urlaubstage bei gleichzeitiger Kürzung der sonstigen Zusatzleistungen bevorzugen.

Unabhängig von den favorisierten Vergütungsmodellen liegt das Thema Flexibilität stark im Trend, denn zwei Drittel (67 %) der Befragten in Österreich würden sogar den Job wechseln, wenn der neue Arbeitgeber ihnen die Möglichkeit bieten würde, ein individuelles Vergütungsmodell auf Basis eines bestimmten Budgets zusammenzustellen.

Arbeitnehmer in der Europäischen Union, die über ein solches Budget für individuelle Zusatzleistungen verfügen, sind in ihrer großen Mehrzahl zufrieden (71%) und wollen ihrem Arbeitgeber treu bleiben (72%). Ebenfalls 71 % würden selbst dann nicht den Arbeitgeber wechseln, wenn sie ein vergleichbares Angebot von einem anderen Unternehmen erhielten. Folglich sind attraktive Vergütungsvereinbarungen im Kampf um die Talente ein entscheidender Faktor.

Traditionelle Benefits bleiben beliebt

In Österreich verfügen 28 % der Beschäftigten bereits über ein festes “Vergütungsbudget” – das ist Spitze in Europa. Auf den Plätzen folgen die Niederlande (24 %) und Deutschland (23 %). In Belgien ist diese Möglichkeit mit gerade einmal 9 % am wenigsten verbreitet. Arbeitnehmer in Österreichr würden dieses Budget – abgesehen vom Gehalt – am ehesten für zusätzlichen Urlaub verwenden, 42 % äußerten diesen Wunsch. In puncto Arbeitsweg bevorzugen hierzulande 21% der Beschäftigten den Firmenwagen, gefolgt vom öffentlichen Nahverkehr mit 18 % und einem geleasten Fahrrad mit gerade einmal 2 %.

Sehr beliebt in Österreich ist auch flexibles Arbeiten: Für 15 % sind Heimarbeitszulagen ein Schlüsselfaktor und sogar ein glattes Fünftel wünscht sich einen Laptop oder ein Smartphone im Zusatzleistungspaket.

Doch auch die etwas traditionelleren Benefits bleiben gefragt bei jenen österreichischen Arbeitnehmern, denen Kontrolle über ihre Vergütung angeboten wurde: Mehr als ein Drittel (37 %) entschied sich für eine individuelle Altersvorsorge, 15 % optierten für Krankenhausversicherungsprämien für sich und 6 % würden gerne auch ihre Familienangehörigen von diesen Prämien profitieren lassen.

Mitarbeiter schätzen eine gute Work-Life-Balance

Eine gute Work-Life-Balance sowie die Aussicht auf mehr Jahresurlaub ist für zahlreiche Arbeitnehmer in Österreich der wichtigste Anreiz überhaupt: 36 % sehen dies ausdrücklich als Motivation, bestimmte Zusatzleistungen zu wählen. Im europäischen Vergleich hinkt die Alpenrepublik in dieser Frage allerdings noch hinterher, denn dieser Faktor ist für satte 63 % der französischen Arbeitnehmer am wichtigsten und immerhin für knapp die Hälfte der Beschäftigten im Nachbarland Deutschland. Schlusslicht sind hier die Niederlande, dort setzen nur 32 % der Befragten auf zusätzlichen Jahresurlaub.

Bild Urlaub

Auch das Thema Lohnoptimierung ist von Bedeutung, knapp vier von zehn Mitarbeitern (39 %) würden sich in Österreich für Zusatzleistungen entscheiden, welche die Steuer- und/oder Sozialversicherungsbeiträge senken. Das reine Geld spielt bei Vergütungsentscheidungen natürlich auch eine Rolle, 26 % der Arbeitnehmer würden ihre Zusatzleistungen gegen Barprämien eintauschen – zum Beispiel mehr Geld gegen weniger Urlaubstage oder einen kleineren Firmenwagen. Nachhaltigkeit und Zusatzleistungen, die auf emissionsärmere Transportmöglichkeiten setzen, sind hingegen nur für 15 % der Teilnehmer ein wichtiger Faktor.

"Während Geld ein offensichtlicher Anreiz zu sein scheint, legen Mitarbeiter in einer zunehmend flexiblen Welt auch großen Wert auf ihr Privatleben - und eine gute Work-Life-Balance ist für sie eindeutig sehr wichtig", so Maria Macho, Sales and Marketing Manager für Human Resources-Dienstleistungen bei SD Worx Austria. "Mobilität und flexibles Arbeiten tragen zu einer Kultur bei, in welcher der Mitarbeiter die Kontrolle über seinen beruflichen Alltag hat. Die Möglichkeit, ein Paket von Zusatzleistungen für individuelle Bedürfnisse zusammenzustellen, ist für viele Arbeitnehmer enorm wichtig. Die Unternehmen müssen an dieser Stelle eindeutig mehr Angebote machen. Dies wäre nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Mitarbeiterbindung, sondern auch ein starkes Argument im Kampf um die besten Köpfe auf dem Arbeitsmarkt.”

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Mario Macho, T: +43 720 5692 53, mario.macho@sdworx.com

Über die Umfrage

Die Europe-LTD-Umfrage ist ein Fragebogen zu hundert arbeitsbezogenen Aspekten, welche für Zufriedenheit, Motivation, Beteiligung und Engagement von Arbeitnehmern relevant sind. Die Befragung wird seit 2009 jährlich bei 2.500 belgischen Beschäftigten unter dem Namen NV Belgium durchgeführt. Aufgrund seines internationalen Wachstums erweiterte SD Worx diese Studie im Jahr 2017 auf Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Österreich und das Vereinigte Königreich. Sie umfasst in den einzelnen Ländern jeweils 500 Mitarbeiter.

Die Stichprobe ist repräsentativ für die spezifischen lokalen Arbeitsmärkte in Bezug auf Status (Arbeiter, Büroangestellte und Beamte), Geschlecht, Region, Arbeitsmodell, Sprache, Bildungsgrad und Unternehmensgröße.