Die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer wünscht sich mehr Mitsprache am Arbeitsplatz

24. April 2018

Wien, 24. April 2018 – Die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer (50,5 %) ist der Ansicht, in dem Unternehmen, in dem sie arbeiten, nicht ausreichend mitbestimmen zu können. Damit liegt Österreich im europäischen Vergleich auf dem zweitletzten Platz: Nur in Belgien ist dieser Anteil noch höher. Knapp sechzig Prozent (58,2 %) der Arbeitnehmer in Österreich geben gleichwohl an, sich mit der Organisation, für die sie arbeiten, verbunden zu fühlen. Beides geht aus einer Umfrage des HR-Dienstleisters SD Worx in sieben europäischen Ländern hervor. (1)

Die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer wünscht sich mehr Mitsprache

Die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer gibt an, in der Organisation, in der sie arbeiten, nicht genügend Mitspracherecht zu haben. Im europäischen Vergleich steht Österreich damit nicht so gut da. Einzig in Belgien sind mehr Arbeitnehmer (56 %) mit der Mitsprachemöglichkeit in ihrem Unternehmen unzufrieden. Die Niederlande sind hier Musterschüler. Dort sind nur 31 % unzufrieden – siehe Grafik.

Grafik 1

Grafik 1: Prozentsatz der Arbeitnehmer, die angeben, über ein unzureichendes Mitspracherecht in ihrer Organisation zu verfügen

Positiv ist jedoch, dass die meisten österreichischen Arbeitnehmer angeben, sich mit der Organisation, für die sie arbeiten, verbunden zu fühlen. Knapp sechzig Prozent (58,2 %) fühlen sich in ihrem Unternehmen stark eingebunden.

Die Größe der Organisation bestimmt den Umfang der Mitsprache, nicht aber die Stärke der Bindung des Mitarbeiters an die Organisation.

Die Größe der Organisation spielt für die Zufriedenheit der österreichischen Arbeitnehmer mit dem Umfang ihrer Mitsprache in ihrem Unternehmen eine wichtige Rolle. Je größer die Organisation, desto weniger Mitarbeiter sind mit den Möglichkeiten der Mitbestimmung in ihrer Organisation zufrieden. In Unternehmen mit bis zu hundert Mitarbeitern ist knapp die Hälfte (47 %) unzufrieden, in Unternehmen mit mehr als fünfhundert Mitarbeitern mehr als die Hälfte (52 %).

Auffallend: Die Größe der Organisation hat keinen Einfluss auf die Stärke der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Während sich 56 % der Arbeitnehmer in KMU mit ihrem Unternehmen verbunden fühlen, liegt dieser Anteil in Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten etwas höher: 61 %.

Mitsprache und Vertrauen in die Führung sind eng miteinander verknüpft.

Ob die Arbeitnehmer mit ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten zufrieden sind oder nicht, hängt stark von ihrem Vertrauen in die Unternehmensführung ab. Je offener im Unternehmen kommuniziert wird und je mehr Mitarbeiter die Strategie des Unternehmens unterstützen, desto weniger von ihnen geben an, mit ihrem Mitspracherecht unzufrieden zu sein.

Grafik 2

Grafik 2: Zusammenhang zwischen Mitbestimmungsmöglichkeiten und dem Vertrauen in die Unternehmensführung

Maria Macho von SD Worx erläutert die Ergebnisse der Studie: „Während die Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer persönlicher wird und die Arbeitnehmer im Hinblick auf ihre eigene Berufslaufbahn und ihre Tätigkeit mehr und mehr das Steuer übernehmen, zeigt sich, dass ihr Mitbestimmungsrecht im Unternehmen nach wie vor sehr begrenzt ist. Und das ist sehr schade, denn internationale Studien zeigen, dass Mitarbeiter, die im Unternehmen stärker mitbestimmen können, engagierter sind und sich mit ihrem Unternehmen stärker verbunden fühlen, was zur Folge hat, dass sie einen höheren wirtschaftlichen Mehrwert für das Unternehmen darstellen können. Darum ist es im Interesse der Unternehmen, ihren Mitarbeitern ein ausreichendes Mitspracherecht einzuräumen und sie in den Entscheidungsprozess einzubinden. Dies ist beispielsweise möglich, indem in kleineren Teams gearbeitet wird. Dadurch wird die Kommunikation direkter, die Zusammenarbeit transparenter und Ideen lassen sich somit schneller umsetzen.”

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Maria Macho, Sales & Marketing Manager HR Services
T +43 720 5692 53 / M +43 664 8829 6852
maria.macho @sdworx.com

Über SD Worx

Als führender europäischer Anbieter in den Bereichen Payroll und HR bietet SD Worx weltweit Dienstleistungen in den Bereichen Payroll, HR, Rechtsberatung, Schulung, Automatisierung, Beratung und Outsourcing an. Es stellt dabei den Kunden in den Mittelpunkt, setzt ganz auf die Digitalisierung und internationales Wachstum. Inzwischen verlassen sich weltweit mehr als 65.000 große und kleine Unternehmen auf die mehr als 70-jährige Erfahrung von SD Worx.

Die 4.150 Mitarbeiter von SD Worx sind in zehn Ländern tätig: Belgien (HQ), Deutschland, Frankreich, Irland, Luxemburg, Mauritius, die Niederlande, Österreich, Großbritannien und die Schweiz. SD Worx berechnet die Löhne von 4,4 Mio. Arbeitnehmern und erzielte 2017 einen Umsatz von 443 Mio. Euro. SD Worx ist Mitbegründer der Payroll Services Alliance, einem weltweiten strategischen Netzwerk führender Payroll-Unternehmen, die gemeinsam Gehaltszahlungen für 32 Millionen berechnen.

Über die Umfrage

Die Studie Europe LTD ist eine Umfrage zu 100 arbeitsbezogenen Aspekten, die für die Zufriedenheit, Motivation, Beteiligung und das Engagement der Mitarbeiter relevant sind. Seit 2009 wird die Umfrage jährlich in Belgien unter dem Namen NV België mit 2.500 belgischen Mitarbeitern durchgeführt. Aufgrund des internationalen Wachstums hat SD Worx diese Studie seit 2017 auf Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und Großbritannien ausgedehnt. Dabei geht es um 500 Mitarbeiter.

Die Stichprobe ist repräsentativ für die jeweiligen lokalen Arbeitsmärkte und hat die gleiche Zusammensetzung hinsichtlich Anstellungsverhältnis (Arbeitnehmer, Angestellter oder Beamter), Geschlecht, Region, Arbeitszeit, Sprache, Abschluss und Organisationsgröße wie die aktiv arbeitende Bevölkerung in den betreffenden Ländern.


(1) Die sieben europäischen Länder sind: Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, die Niederlande, Österreich und das Vereinigte Königreich.